Geschichten aus dem Rebstock – Badisch schmeckt’s
Vor über 20 Jahren entstand ein besonderes Kochbuch – initiiert und herausgegeben von der Badischen Zeitung im Rombach Verlag. Die Idee war klar: ein kulinarisches Projekt, das die Qualität der Profiküche mit der Begeisterung der Leserinnen und Leser verbindet.
Für die Umsetzung wandte sich die Badische Zeitung gezielt an die Rebstock Stube und bat Adolf Frey um Unterstützung. Als prägende Figur der badischen Küche gab er dem Projekt nicht nur eine Richtung, sondern auch eine klare kulinarische Haltung. Gleichzeitig begleitete er das Ganze als Juror – mit einem Anspruch, der sich konsequent an Produkt, Handwerk und Geschmack orientierte.
Unter der redaktionellen Leitung von Christian Hodeige, damals Herausgeber der Badischen Zeitung, wurde daraus ein Gemeinschaftsprojekt. Neben Profiköchen konnten auch Leserinnen und Leser ihre eigenen Rezepte einreichen – ein Ansatz, der die regionale Verwurzelung dieses Kochbuchs bis heute spürbar macht.
Besonders prägend sind die Gerichte von Adolf Frey selbst. Sie stehen exemplarisch für eine Küche, die sich nie in den Vordergrund drängt und gerade dadurch überzeugt. Klare Aromen, präzise Zubereitung und ein feines Gespür für Balance ziehen sich durch das gesamte Menü. Ein Salat vom Kalbskopf mit Linsen zeigt diese Haltung ebenso wie der Zander auf Wurzelgemüse mit einer klassischen Grauburgundersauce. Auch der Rehrücken mit Maronentortellini und Pfifferlingen bleibt in Erinnerung – kraftvoll, aber nie schwer. Und selbst beim Dessert, etwa einem Zwetschgenragout mit Zimtparfait, zeigt sich diese Ruhe und Klarheit.






Es sind Gerichte, die nicht auf Effekte setzen, sondern auf Substanz. Die ihre Stärke aus der Reduktion ziehen und aus dem Vertrauen in gute Produkte. Genau das macht sie zeitlos.
Beim Durchblättern wird schnell deutlich: Dieses Kochbuch ist mehr als eine Sammlung von Rezepten. Es ist ein Ausdruck dessen, wofür die Rebstock Stube steht – damals wie heute. Eine Küche, die Geschichten erzählt, ohne laut zu sein.